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Von den Anfängen des Vaterländischen Turnens

In der Entwicklung von Körperkultur und Sport in Deutschland im 18. und 19. Jahrhundert stellt der Beginn des Turnens in Friedland ein Mosaiksteinchen dar.

Fortschrittliche Pädagogen, u. a. Johann Bernhard Basedow im Dessauer Philanthropinum, Johann Christoph Friedrich GutsMuths in Schnepfenthal bei Gotha und Gerhard Ulrich Anton Vieth an der Hauptschule in Dessau setzten sich besonders für die Entwicklung der körperlichen Ausbildung in ihren Erziehungsanstalten ein. Für die weitere Entwicklung von Körperkultur und Sport hatten die Befreiungskriege gegen die napoleonische Fremdherrschaft große Bedeutung.

Die Siege des französischen Revolutionsheeres über die feudalabsolutistischen Armeen hatten die Überlegenheit der Tirailleurtaktik (Ausnutzung des Geländes durch Verzicht auf Linienaufstellung) gegenüber der Lineartaktik bewiesen. Durch die Heeresreformen Scharnhorsts und Gneisenaus wurde die ehemals rückständige preußische Armee nun für den Befreiungskampf vorbereitet. Dabei erforderte die neue Taktik die freiwillige Beteiligung großer Teile des Volkes am Kampf und die körperliche Ertüchtigung und militärische Vorbereitung der zukünftigen Freiheitskämpfer.

Friedrich Ludwig Jahn hatte 1811 den ersten öffentlichen Turnplatz auf der Hasenheide in Berlin geschaffen. Er begründete so das „Vaterländische Turnen“.

Dem am 18. Februar 1813 gegründeten Freikorps unter Major Adolf Freiherr von Lützow trat schon am 19. Februar F. L. Jahn als Freiwilliger bei. Seinem Beispiel folgten die wehrfähigen Berliner Turner, unter ihnen die Vorturner Eiselen, Dürre und Friesen.

24 Friedländer kämpften als Freiwillige bei den Strelitzer C-Husaren, 16 im Freikorps des Majors Freiherr von Lützow, weitere in anderen preußischen Regimentern.

Sophia Dorothea Friederike Krüger – geboren am 4. Oktober 1789 in unserer Stadt – kämpfte als Soldat im Freiheitskrieg. Als „Schneider Lübeck“ nahm sie an 17 Schlachten teil, wurde schwer verwundet, für besondere Tapferkeit zum Unteroffizier ernannt, mit dem Eisernen Kreuz und dem russischen St.-Georgs-Orden ausgezeichnet.

Friederike Krüger, das Heldenmädchen der Stadt Friedland

In die Bestrebungen um die Befreiung des deutschen Vaterlandes ordnet sich die Entstehung des Friedländer Turnplatzes 1814 ein.