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Der Neubeginn des Sports nach dem 2. Weltkrieg

Unmittelbar nach der Einnahme Friedlands durch die sowjetischen Truppen glaubten nur wenige Einwohner in den rauchenden Trümmern der Stadt an eine rasche Normalisierung des Lebens. Nur ganz langsam wuchs aus kleinen Fünkchen Hoffnung der Wille zu einem Neubeginn. Dabei spielte auch der Sport eine wichtige Rolle.

Durch die Beschlüsse der Potsdamer Konferenz (17. 07. – 02. 08. 1945) wurde die Zerschlagung aller faschistischen Organisationen festgelegt. Im Alliierten Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. 10. 1945 und in der Direktive 23 des Alliierten Kontrollrates vom 17. 12. 1945 wurde die Auflösung des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen und seiner Unterorganisationen angeordnet.

Im Bestreben, das Leben in der Stadt möglichst rasch zu normalisieren und die Antipathie gegen die UdSSR zu mildern, auch wohl aus eigener Begeisterung für den Sport, hatte die sowjetische Kommandantur aber schon vorher Regungen zum sportlichen Treiben unterstützt. Schon im November 1945 trafen sich die Fußballer zu ihrem ersten Spiel mit einer Neubrandenburger Auswahl (6 : 4). 

Zum Rückspiel in Neubrandenburg im Dezember fuhren die Friedländer mit dem offenen LKW-Holzvergaser der Firma Stäbe. Schneetreiben und Temperaturen um 0 Grad zwangen zum Abbruch des Spiels.

Auf der Rückfahrt kam das Fahrzeug nur bis Genzkow und die restliche Strecke musste zu Fuß bewältigt werden.

 

Die genauen Termine für diese ersten Spiele nach dem verbrecherischen Krieg ließen sich bis heute nicht ermitteln. Einen wichtigen Hinweis für den offiziellen Beginn des organisierten Sporttreibens liefert ein kleiner Zettel im Archiv des TSV:

"Ausruf

Am Sonnabend, dem 10. November 1945, 19.30 Uhr, findet im Konzerthaus Haase eine Sportversammlung statt. Alle interessierten Sportler sind herzlichst eingeladen. Geplant ist, eine Fußball- und Handballabteilung aufzustellen.

Friedland, den 8. 11. 45“

Wir wissen nicht, wie viel Sportler an dieser Veranstaltung im Konzerthaus Haase (heute Volkshaus) teilgenommen haben, aber der Fußball rollte nun wieder!

Seit Herbst 1945 trafen sich zunächst die Turnerinnen unter der Leitung von Sportfreundin Anni Fehlhaber wieder zum gemeinsamen Turnen. Da die Turnhalle abgebrannt war, übten die Turnerinnen im Saal des ehemaligen Gesellschaftshauses in der Anklamer Straße. Anfang 1946 begannen dann auch wieder die Turner.

Im Herbst 1947 wurde das Gesellschaftshaus in ein Wohnhaus umgebaut, die Turner zogen nun in die unteren Räume des Saales im Volkshaus. Die Turner waren zunächst im Turnverein „Eiche“ organisiert und die Stärkefabrik Friedland unterstützte diesen Verein. Neben dem Turnen wurde auch Ringen und Gewichtheben im Verein „Eiche“ betrieben.

Nach der Gründung der Freien Deutschen Jugend am 7. März 1946 wurde diese einheitlich Jugendorganisation auch Träger der Sportarbeit in unserer Stadt. 

Turnen im Keller des Volkshauses um 1950

1946/47 ist in Friedland schon wieder folgender Sportbetrieb nachweisbar:

-  3 Fußballmannschaften in der „Sportgemeinschaft Friedland“

- Turnen (Frauen, Männer, Kinder), Gewichtheben und Ringen im Turnvereine „Eiche“ Friedland

-  Boxen im Sportverein „Einheit“ Friedland

-  Schach bei der Zuckerfabrik

Die Fußballer spielten ab 1947 in der kombinierten Kreisklasse Neubrandenburg / Neustrelitz