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Das Turnen bis 1871 in Friedland

Im Bestreben, alle fortschrittlichen Kräfte nach dem Befreiungskrieg zu vernichten und die Macht des Adels zu erhalten, erließ 1819 der preußische Staat auch das Turnverbot. Nachdem schon 1818 im Zusammenhang mit dem Breslauer Turnstreit die Turnplätze in Breslau und Liegnitz durch die preußische Regierung geschlossen worden waren, wurde am 17. März 1819 im „Berliner Intelligenz-Blatt“ mitgeteilt, dass der Turnplatz auf der Hasenheide vorläufig gesperrt bleibe.

Trotz der Turnsperre in Preußen wurde das Turnen in Mecklenburg-Strelitz nicht verboten und in den Folgejahren auch nicht unterbrochen. Allerdings ging die Zahl der Turner zurück.

1818 übergab Carl Leuschner die Leitung des Turnplatzes an Konrad Bernhard Karl Bülch, einen Waffengefährten Jahns bei den Lützower Jägern. Dieser führte das Winterturnen im „Turnhaus“ und später – wegen der vielen Teilnehmer – im Saal des „Schützenhauses“ ein. Das Sommerturnen wurde durch die Einführung des Schwimmens bereichert. Der Magistrat unterstützte den Schwimmunterricht durch die Einrichtung einer Badeanstalt im Mühlenteich.

1825 und 1826 war Karl Horn – ebenfalls Freiwilliger im Lützower Freikorps – Turnwart in Friedland. Ihm folgten 1826 bis 1827 Wilhelm Langbein und 1828 Karl Präfke.

1824 bis 1827 besuchte Fritz Reuter das Gymnasium und war eingeschriebener Turner. Er erwarb sich neben Fertigkeiten im Turnen und Schwimmen vor allem die Liebe zum Sport und erteilte später selbst in seiner Vaterstadt Stavenhagen und in Treptow an der Tollense (heute Altentreptow) Turn- und Schwimmunterricht.

1829 wurde Heinrich Arminius Riemann Turnwart in Friedland. Er nahm als Student der Jenaer Universität im Lützowschen Freikorps am Befreiungskrieg teil, war maßgeblich an der Gründung der fortschrittlichen Burschenschaft beteiligt und hielt beim Wartburgfest 1817 die wichtigste Ansprache.

Als Turnwart verbesserte Riemann den Turnbetrieb in Friedland durch die Einteilung der Sportler in feste Riegen nach Alter, Größe und Ausbildungsstand sowie die Einführung des Fechtens. Mit einigen wenigen Kollegen und Freunden gründete er 1851 einen „Schachclub“.

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heinrich Arminius Riemann (05. 12. 1795 - 26. 01. 1872), Turnwart in Friedland 1829 - 1832, Ehrenbürger der Stadt.

Schon vor 1865 wurde in Friedland auf den Bahnen mehrerer Gaststätten gekegelt.

1866 spendete der „hiesige Verein“ für den Bau des Jahndenkmals in Berlin Geld.

Wurde das Turnen zunächst auch von den Lehrern geleitet, war es nie eine rein schulische Angelegenheit. Es turnten zeitweise mehr Kinder und Jugendliche, als Schüler in der Gelehrtenschule unterrichtet wurden und bezahlten auch den Beitrag (z. B. 1861: 129 Schüler – 141 Turner, 1862: 115 Schüler – 144 Turner).

Die enge Verbindung der Gelehrtenschule / Gymnasium zum Turnen kommt auch in der Errichtung des Denkmals für Carl Leuschner auf dem alten Turnplatz zum Ausdruck. Am 2. Juli 1879 – anlässlich der 450-Jahrfgeier der Schule – wurde das Denkmal enthüllt.