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Die Auszeichnung mit der „Friedrich-Ludwig-Jahn-Medaille“ 1978

1973 fanden in Friedland die Meisterschaften der Spielleute der drei Nordbezirke statt. Für alle Beteiligten wurden die Meisterschaften zu einem echten Erlebnis. Sehr gute Leistungen zeigte vor allem unser Pionierspielmannszug.

Im gleichen Jahr wurde unser BSG-Vorsitzender, Sebastian Hirschl, für seine gute Arbeit in der BSG „Traktor“ mit der höchsten Auszeichnung des DTSB, der „Friedrich-Ludwig-Jahn-Medaille“ ausgezeichnet.

1974 konnte als Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem Rat der Stadt, der BSG und Friedländer Betrieben die Mehrzweckhalle mit dem Sozialtrakt fertig gestellt und zur Nutzung übergeben werden.  Auch bei diesem Bauvorhaben waren unsere Sportler aktive Helfer.

Unsere Sportler schachten die Gruben für die Fundamente der Mehrzweckhalle aus

Die Meliorationsgenossenschaft stellte eine zu dieser Zeit nicht unbedingt benötigte Reparaturhalle für den Sport zur Verfügung. Aus dem Reservefonds der PGH „Dachdecker“ wurden bei der Umbildung dieser PGH zum VEB 100 TDM für den Sozialtrakt bereitgestellt. Lehrlinge des VEB (K) Bau errichteten den Sozialtrakt. Die Verantwortlichen der Betriebe und der Stadt gingen persönlich risikovoll an die Verwirklichung dieses Projekts, gab es doch im Rahmen der Planwirtschaft der DDR wenig Spielraum für das „Abzweigen“ von Material, Arbeitskräften und Finanzen.

Im Jahr 1974 begannen auch die Sportbeziehungen mit der polnischen Partnerstadt Sianow, nachdem schon 1973 sportliche Vergleiche mit der Partnerstadt Mnichovo Hradišté (?SSR) aufgenommen worden waren. Während mit unseren polnischen Freunden nur Vergleiche im Fußball durchgeführt wurden, haben mit dem Sportclub „Spartak LIAZ“ Mnichovo Hradišté vielfältige Vergleiche stattgefunden. 

Sportbesuch in der tschechischen Partnerstadt Mnichov0 Hradiste

Wir alle waren sehr beeindruckt von der großen Herzlichkeit und Gastfreundschaft der tschechoslowakischen und polnischen Sportfreunde. Wir lernten die Schönheiten ihrer Heimat, ihre Kultur und Geschichte, die Probleme der Ökonomie und Politik unserer Nachbarländer kennen. So trägt jeder dieser Besuche dazu bei, dass die Freundschaft zwischen den Sportlern enger und herzlicher wird.

In diesem Jahr fanden auch Vergleiche unserer Fußballer mit den sowjetischen Soldaten der Garnison Neustrelitz und mit italienischen Gewerkschaftssportlern statt.

Am 16. November 1974, bei der Festveranstaltung „160 Jahre Turnen in Friedland“, ernannte der Vorstand Sportfreund Heinrich Köhn für sein unermüdliches Wirken für den Sport in unserer Heimatstadt zum „Ehrenmitglied des Vorstandes der BSG“.

1975 wurde der erste Bauabschnitt des „Zentrums der aktiven Erholung / Schwimmbad“ den Bürgern der Stadt zur Nutzung übergeben. Dieses Schwimmbad, ein wahres Schmuckstück unserer Stadt, unter der liebevollen Leitung von Kollegen Prignitz von den Bürgern der Stadt in freiwilliger Arbeit errichtet, besaß ein 50-m-Wettkampf-Schwimmbecken, 25 x 25-m-Nichtschwimmerbecken, Sprungbecken mit 3-m-Turm, Planschbecken für die Kleinsten, ein Sozialgebäude, eine Klubgaststätte und herrliche Grünanlagen und Blumenrabatten. Nach der politischen Wende musste diese Anlage den neuen Forderungen entsprechend umgebaut werden.

Zur Realisierung der Leistungsaufgaben im Nachwuchsbereich (1. Förderstufe) entstanden mit dem 1. Mai 1975 in unserer BSG die Trainingsstützpunkte Fußball und Leichtathletik. Die Sportfreunde Arno Frey und Peter Krasemann übernahmen die Leitung dieser Stützpunkte. Der Höhepunkt im Vereinsleben 1975 war das Jubiläum „30 Jahre Fußball 1945 – 1975“. Viel Anklang fand das Spiel zwischen zwei Traditionsmannschaften unserer BSG.  

"30 Jahre Fußball 1945 - 1975" - die beiden Traditionsmannschaften

In Vorbereitung auf das VI. Turn- und Sportfest begannen wir, angeregt durch den Aufbau des Sportmuseums in Leipzig, intensivierten die Erforschung der örtlichen Sportgeschichte. Wir wollten das uns vom Rat der Stadt im Sozialgebäude der Spielhalle zur Verfügung gestellte Vereinszimmer als Traditionszimmer gestalten. Viele Sportfreunde blätterten in alten Quellen, führten Befragungen von Sportfreunden durch und suchten alte Fotos, um zu einer aussagekräftigen Dokumentation zu kommen.

Zum Jubiläum „10 Jahre BSG „Traktor“ Friedland am 26. Februar 1977 wurde feierlich das Traditionszimmer der BSG eingeweiht. Mehr als 2.000 Stunden waren bis zu diesem Zeitpunkt für die Erforschung der örtlichen Sportgeschichte und die Gestaltung der Ausstellung geleistet worden.

Am VI. Turn- und Sportfest der DDR 1977 nahmen wieder Turnerinnen im Übungsverband des DTV teil. Beim Volkssportturnier im Volleyball war unsere Frauenmannschaft beteiligt und belegte mit nur einem verlorenen Spiel den 16.Platz.

Im gleichen Jahr nahmen Kraftsportler und die neue Sektion Pferdesport die Arbeit auf. Die materielle Sicherstellung der Sektion Pferdesport übernahmen die LPG (T) Friedland, LPG (P) Friedland, LPG (T) Sandhagen, LPG (P) Kotelow, ZGE „Datze“ Salow und die ZBE „Frischeierproduktion“ Bresewitz. Durch die Mitarbeit so vieler Betriebe war es möglich, diese sehr aufwendige Sportart (es mussten 18 Pferde gefüttert und gepflegt werden) für die Pferdesportler zum gleichen Monatsbeitrag von 1,30 M (Erwachsene) bzw. 0,80 M (Jugendliche, Hausfrauen und Rentner) oder 0,20 M (Kinder) durchzuführen. Durch die großzügige Unterstützung der ZBE Bresewitz (Frischeierproduktion) konnte das Stallgebäude in der Max-Leistner-Straße (ehemals „Ausspanne“ der Gaststätte Dube) für die Pferdesportler nutzbar gemacht werden. Die LPG (T) Sandhagen kaufte die Pferde.

Am 23. April 1977 wurde auf dem VI. Verbandstag des DTV in Cottbus die Sektion Turnen als erste Sektion unserer BSG als „Vorbildliche Sektion im DTV“ ausgezeichnet.

Und dann kam der 27. Mai 1978!

An einem wunderschönen Vorsommertag wurde auf dem Sportlerappell zum VI. Turn- und Sporttag unsere BSG „Traktor“ Friedland als achte Sportgemeinschaft der Republik mit der höchsten Auszeichnung des DTSB, mit der Friedrich-Ludwig-Jahn-Medaille, ausgezeichnet. Nach dem feierlichen Einmarsch von drei BSG-Fahnendelegationen - für unsere BSG die Sportfreunde Sebastian Hirschl, Herta Stollhoff und Wolfgang Barthel – wurden vom DTSB-Vorsitzenden die Friedrich-Ludwig-Jahn-Medaille an unsere Fahne geheftet. 

Der Präsident des DTSB, Manfred Ewald, heftet die "Friedrich-Ludwig-Jahn-Medaille" an unsere Fahne